Herstellungsprozess
Polyester, oder Polyethylenterephthalat (PET) ist ein Kunststoff, der durch die Reaktion von Terephthalsäure mit Ethylenglycol entsteht – zwei Substanzen, die beim Cracken von
Rohöl/Naptha entstehen. Während der Herstellung werden Polyester-„Chips“ in einen erhitzten Extruder gegeben. Das geschmolzene Polyethylenterephthalat (PET) wird
anschließend auf eine Kühlwalze extrudiert, die es in den amorphen Zustand abkühlt. Danach wird es in einem Vorgang biaxial gereckt. Das üblichste Verfahren dafür ist ein
sequenzieller Prozess, bei dem die Folie zunächst in Maschinenrichtung mittels erwärmter Rollen gezogen wird und anschließend in Querrichtung gezogen wird, also 90° zur
Förderrichtung, in einen heißen Ofen. Die Zugverhältnisse betragen üblicherweise etwa 3 zu 4 in jede Richtung.
Sobald der Ziehprozess abgeschlossen ist, wird die Folie unter Druck im Ofen bei Temperaturen von üblicherweise über 200 °C „heat set“ oder kristallisiert. Das Heatsetting
verhindert, dass die Folie zurück in ihre ungereckte Form schrumpft und fixiert die Molekülausrichtung in die Folienebene. Die Ausrichtung der Polymerketten ist für die hohe Stärke
und Steifigkeit der biaxial gereckten PET-Folie verantwortlich. Eine weitere wichtige Folge der Molekülanordnung ist, dass sie die Bildung von vielen Kristall-Nuclei induziert. Die schnell
wachsenden Kristallite erreichen die Grenze des benachbarten Kristallits und bleiben kleiner als die Wellenlänge von sichtbarem Licht. Daher besitzt ungefüllte biaxial gereckte
PET-Folie eine ausgezeichnete Klarheit, trotz ihrer semikristallinen Struktur.




